Ein etwas ungutes Gefühl beschleicht uns, als 20 Minuten nach vereinbarter Zeit niemand am Hostal auftaucht. Vielleicht tanzt Angel mit unserem Geld (Vorauszahlung) in Cuenca bereits auf den Tischen?
Zwei Minuten später sitzen wir erleichter im Auto und fahren Richtung Nationalpark. Zunächst geht es durch eine recht trockene Landschaft, niedrige Büsche, einige Bäume mit Flechten und ein letzter Hof mit drei Kühen. Dann werden die Einschnitte in den Hügeln mit Flüssen durchzogen und die Vegetation wird üppiger. Farne und Bumbus taucht auf. Ein lieblicher Wasserfall erfreut unsere Augen.
An einem Fluss machen wir halb im Flussbett Pause und genießen die Bananen aus dem Garten des (Führers - kann man nicht schreiben, wir machen es spanisch:) Guia.
Bevor es weiter geht holt er aus der Tasche seine > MACHETE < ! Und ich freu mich!
Nach einer Flussüberquerung über einen maroden Baumstamm, aber mit Lianengeländer, gibt es erste sinnvolle Einsätze des Langmessers. Wir deponieren unsere Rucksäcke in sorgfältig ausgewählten Verstecken, die Sebastian und ich nach 30 Sekunden nicht mehr finden würden und steigen dann steil einen Berg hinauf. Oben freuen wir uns über die Aussicht, bevor es über einen Inkafriedhof durch dichteste Vegetation weiter geht. Baumfarne, Palmen, rankender Bambus, Gummibäume und zig andere Pflanzen stehen - meist im Weg - und werden in einer ruhigen Gewaltorgie von Angel niedergemetzelt bis wir vor einem hohen Wasserfall stehen, in dessen Sprühnebeldunst Orchideen an den Wänden wachsen.
Am Abend lagern wir am Fluss. Die angekündigte Blättersamlung findet statt und wir setzen das Mosknetzzelt auf ein Bett aus Bananen- und Farnblätter. Feuer, Suppe, Sternenhimmel hinter Blätterdach.
Am nächsten Morgen nach einem gemütlichen Frühstück scheitern wir nach einr aufwändigen Flussquerung mit Steinversetzungen an dem zu hohen Wasserstand des Flusses und müssen auf einen weiteren Wasserfall mit Bademöglichkeit verzichten. Nachdem wir beim Abstieg den Urwald verlassen haben, rücken in der Trockenzone Eukalyptusbäume, Kakteen und Tequila-Agaven ins Blickfeld.
Wären wir länger hier, würden wir noch zu Botanikern mutieren.
- Daniel -
Hey Du Botaniker,
AntwortenLöschenschick mir doch bitte mal ein Bumbus-Foto!