Nördlich von Cusco liegt das sogenannte heilige Tal der Inka, das landwirtschaftlich wichtig war und heute noch so genutzt wird. Die Inka haben dort kreisförmige Terrassenfelder angelegt, die auf den verschiedenen Ebenen unterschiedliches Mikroklima erzeugen. Nicht weit von diesen Feldern gibt es Salinen, in denen durch Verdunstung von salzhaltigem Gebirgswasser Salz gewonnen wird. Die Inka haben auch mal wieder eine riesige Ruine in Pisaq hinterlassen. Über weitläufigen Terrassenfeldern liegen die Ruinen des alten Dorfs Pisaq, des Sonnentempels und des Palastes.
Morgen brechen wir zu einer einwöchigen Tour zu den Ruinen von Choquequirao und Machu Pichu auf.
Freitag, 29. August 2014
Das heilige Tal der Inka
Donnerstag, 28. August 2014
Der Nabel der Welt
...war Cusco zumindest für die Inka. Die einstige Haupstadt ihres riesen Reiches zeigt trotz akribischer Zerstörungsarbeit der Conquistadores jede Menge Spuren der früheren Pracht.
Fast jedes zweite Haus in der Altstadt steht auf alten Inka- Mauern. Gerne wurden Paläste und Tempel mit kolonialen Häusern überbaut und nicht selten schüttelten spätere Erdbeben die neuen Häuser von den bebensicheren Fundamenten ab.
Im netten Hostal angekommen wurden wir gleich mit den notwendigen Infos versorgt und fanden so auch schnell den besten Kaffee der Stadt - nach fast ausschließlicher Nescafé-Versorgung, eine große Freude. Beim ersten Gang durch die Stadt begeisterten uns schon die imposanten Mauern der Inka und heute, beim Besuch der Stadtfestung Saqsaywamán, wurden wir gänzlich überzeugt.
Weniger überzeugend sind hingegen die 30 Milliarden Straßenschlepper, die uns Machu Pichu Touren, Pizza, Aquarelle oder Massagen andrehen wollen. Aber so ist das eben, wenn man im Nabel der Welt ist.
Kleine Liste der tollen Dinge
- 12 Eckiger Stein
- Dominikanerkloster mit Inkatempel - oder umgekehert
- peruanische Touris die noch ein "Foto mit Gringos" haben wollen "bevor sie ihr Leben beenden"
- Lamaherde mit Inkafestung
- Inkafestung ohne Touriherde
- Treppenstrassen, die noch schöner als die meiner Brackweder Heimat sind
- Abendmahlbild mit Chinchillabraten (diesmal kein Meerschweinchen)
- Wiedersehen mit unserer Grenzübergangsfreundin Sarah (22 Stundenfahrt von Ecuador nach Peru)
- geglückte Trekkingbuchung nach Choquequirao
- meditierende Esobande auf Inkasteinen
- Daniel -
Dienstag, 26. August 2014
Hol's der Geier
Dass wir in der Haupttouristenregion angekommen sind, merkten wir, als wir morgens um drei im Bus Richtung Cañon de Colca saßen, und die anderen Touristen ihre Erlebnisse von Machu Pichu erzählten. Nach ca 5 Stunden Fahrt erreichten wir den Cañon und hielten an einem Aussichtspunkt, an dem man gut Kondore beobachten können sollte. Und tatsächlich waren neben den Insassen von 10 Touristenbussen auch 7-8 Kondore zu sehen, die über dem Tal ihre Runden drehten und auch immer wieder ganz nah am Aussichtspunkt landeten - wirklich toll. Nach einer Stunde ging es weiter zum Ausgangspunkt unserer Wanderung - zusammen mit etlichen anderen Gruppen. Der nicht besonders anspruchsvolle Weg führte in das Tal, auf den gegenüber liegenden Berg und wieder ins Tal zu einer Oase, in der unsere Unterkunft lag. Am nächsten Morgen brachen wir bei Nacht wieder zusammen mit anderen Gruppen zum Aufstieg zurück zum Ausgangspunkt auf. Das Schöne war, den Sonnenaufgang mitzuerleben und Kolibris zu sehen. Auf der Fahrt zurück nach Arequipa hielten wir an mehreren Punkten, um Terassenfelder, Vulkane, Vicuña (wilde Lamas) und eine Alpakaherde zu sehen. Es gab auch einen Halt an heißen Quellen, leider ohne Alternative. Das 'Bad' war eine einzige Baustelle, die Becken alle in der prallen Sonne und das trübe Wasser sah auch nicht einladend aus. Wir haben also eine Stunde gewartet bis der Rest der Gruppe aus der Brühe gestiegen ist. Diese Art Reise war zwar nicht unser Ding, aber es hat sich für die Tiere, die Landschaft und die Vulkane gelohnt, die wir gesehen haben.
Sonntag, 24. August 2014
Arequipa
In Arequipa angekommen haben wir ein Sammeltaxi zur zentralen Plaza de Armas genommen, deren eine Seite komplett die Kathedrale einnimmt und die anderen drei Seiten von Arkaden umgeben sind, im Hintergrund der Vulkan Misti und der Nevado Pichu Pichu. Alle Häuser in der Altstadt sind aus hellem Vulkangestein gebaut. Wie unsere Wirtin erklärt hat ist der Süden Perus konservativ und katholisch, was sich in Arequipa an der Dichte von Kirchen und Klöstern zeigt. Das Kloster San Francisco hat einen sehr schönen Kreuzgang, die Kunst muß aber dringend restauriert werden. Die Bilder fallen fast auseinander. Das Kloster Santo Domingo hat eine Sakristei, die komplett mit Blumen und Vögeln ausgemalt ist, und einen Kreuzgang, in dem jede Säule mit Bildhauereien geschmückt sind. Die Jesuitenkirche und die Kirche San Augustin haben beide barocke Portale. In Arequipa hat sich europäischer Barock mit lokalen Stilen gemischt, was sehr schön aussieht.
Das absolute Highlight der Stadt ist aber das Kloster Santa Catalina, das bis zu seiner Öffnung 1970, den Nonnen des Dominikanerordens ein Leben wie vor 300 Jahren bescherte. Es war eine Stadt in der Stadt und der einzige Austausch mit der Außenwelt geschah durch Klappen - und das im Kloster beschäftige Personal. Arm waren die Nonnen nämlich nicht. Die Familien der Frauen mussten für ihren Lebensunterhalt aufkommen, was dazu führte, dass manche Zellen mehrere Räume, Privatküche und Personal hatten. Die Nonnen haben sich mit Sticken, Hostien Backen und Kuchen Backen beschäftigt. Im Kloster gab es Straßen und Plätze, die sich nach jedem Erdbeben etwas veränderten. Auch den Nonnen hat Meerschweinchen gut geschmeckt, was man auf dem ausgestellten Foto gut erkennt. 1985 wurde eine Schwester aus dem Kloster selig gesprochen - Santa Ana de los Angeles Monteagudo.
Nach all dieser Kultur werden wir als nächstes wieder wandern gehen, und zwar im Cañon de Colca, der tiefer als der Gran Canyon ist und gute Chancen bietet Kondore zu sehen - hoffentlich klappt es. Für Dienstag haben wir unsere Weiterfahrt ins Epizentrum des Tourismus in Peru gebucht - wir fahren nach Cusco.
Freitag, 22. August 2014
Busfahren...
... oder Colectivo oder Taxi oder Mototaxi - meist eine Sache für sich.
- Während es in Ecuador meist nur einen oder je nach Zielort vielleicht zwei Busbahnhöfe gibt, machen es die Peruaner aufregender. Jede Gesellschaft unterhält eine eigene Abfahrtgarage, häufig gibt es Ballungen in einigen Straßen, aber nicht immer. Preise oder Abfahrtzeiten zu vergleichen, kann da schnell einen halben Tag füllen.
- Besonders in Ecuador war es üblich, das verschiedene Händler die Fahrt äußerst kurzweilig erscheinen ließen. Manche boten nur kleine Snacks an (Foto), andere hatten Ernährungsratgeberbüchet, die sie ungefragt verteilten, damit man sich schon mal an das Produkt gewöhnen konnte. Wieder andere boten in langen Vorträgen Wundermittel an, die Diabetes, Potenzstörungen, Menstruationsbeschwerden und sonstige Übel der Menschheit auf einen Schlag in den Griff bekommen.
- In Peru haben wir nun auch Nachtbusse kennengelernt, die zum Teil über reichlich Komfort verfügen. Einzig die TV- und Musikbedudelung ist etwas unangenehm. Gerne wird zum Einschlafen auch noch ein Horrorschocker gezeigt oder in voller Lautstärke "lady in red" ins Gehör gezimmert.
- Kleine Büschen (Colectivos) bedienen hier eher die Kurzstrecke. Auf 15 reguläre Plätze passen 20 Erwachsene, 2 Kinder, ein Baby, zwei Sack Mais und diverse Taschen und Eimer. Dazu kommen ggf. noch jede Menge richtiges Gepäck, mehr Mais, Heu, Kartoffeln und lebende Hühner auf dem Dach.
Um die klappernden Wagen auch richtig voll zu kriegen, hängt ein Schaffner meist aus dem Fenster oder der Tür und verkündet in einer geheimnisvollen Sprache die Fahrziele - jedenfalls verstehen wir das nur eingeschränkt. Es kann auch passieren, dass man an der Straße steht und der Schaffner (cobrador) dank seiner übersinnlichen Fähigkeiten direkt weiß, dass man zum Tempel XY oder so will und einem das an den Kopf schleudert.
Städtische Busse und Colectivos halten überall - je nach Wunsch der Passagiere - und übersteigen nur selten die 0,5 € Fahrpreismarke. Will man mitfahren und die übersinnlichen Kräfte haben gerade Siesta, muss man sehr deutlich winken. Oder 3 Minuten auf den nächsten Wagen warten.
- Taxifahren ist in Peru meist angenehm und nicht teuer, wobei wir wahrscheinlich in der Regel das Doppelte vom nötigen Preis bezahlen. Aber immerhin zahlen wir nicht das Dreifache - glauben wir.
- Daniel -
Nasca
In Nasca konnten wir glücklicherweise direkt bei unserer Unterkunft eine Tour mit dem Auto zu den Nascalinien und einen anschließenden Flug buchen. Mit dem Auto ging es zu 2 Aussichtstürmen, von denen wir Figuren in Form eines Baumes und von Händen, aber auch ältere Darstellungen von Priestern sehen konnten. Auf dem Rückweg haben wir am Museum im ehemaligen Wohnhaus von Maria Reiche gehalten. Die 1906 geborene gebürtige Dresdnerin hat 50 Jahre ihres Lebens der Freilegung, Erforschung und dem Erhalt der Bilder in der Wüste gewidmet und ist dafür mit dem höchsten peruanischen Staatsorden und dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse geehrt worden. Von den Einheimischen ist sie lange 'die Verrückte in der Wüste' genannt worden, weil sie akribisch mit einem Besen die Bilder freigelegt und vermessen hat und die astronomische Bedeutung erforscht hat. In dem Museum ist auch Maria Reiches alter VW Bus und eine tätowierte Mumie zu sehen.
Die Bilder sind von der Bevölkerung vor 2.400 erstellt worden, indem die obere dunklere Geröllschicht zur Seite geschoben wurde und so die hellere untere Schicht zum Vorschein kam. Wahrscheinlich war das Gebiet ein riesiger Freilufttempel, der auch der Bestimmung der Regenzeit in der Wüste diente. Auf dem ca 30 minütigen Flug haben wir die Figuren Wal, Trapez, Astronaut, Hund, Affe, Kolibri, Spinne, Spirale, Baum, Hände und Papagei gesehen. Leider sind die Bilder nicht so gut geworden, weil es in der Cessna ganz schön gewackelt hat. Auf jeden Fall war es ein tolles Erlebnis!
Am Nachmittag haben wir unsere erste Inca Cola probiert - na ja.