"Oh Puno, du Charmbefreite am Titicacasees.
Deine müllgesäumten Hügel, deine 243 Pizzerien mit dümmlichen Namen - wie ödest du mich an!"
So in etwa geht der Anfang des Lobgesangs auf die größte Stadt am See.
Also machen wir uns zügig auf den Weg nach Bolivien, nicht jedoch ohne zuvor mit größter Entrüstung den anzüglichen Tempel IncaUyo zu besuchen und unsere kälteste, günstigste und letzte Nacht in Peru im Hafendorf Juní zu verbringen.
Dank der Ungastlichkeit der Herberge sitzen wir schon um 7 Uhr im Colectivo Richtung Grenze. Um 8 Uhr tauschen wir dann unterm Sonnenschirm auf dem Hauptplatz von Yunguyo, dem letzten Ort vor der Grenze, unsere Soles in Bolivianos und steigen in das Todes-TucTuc zum Grenzübergang. Sehr unkompliziert und unaufgeregt bekommen wir die nötigen Stempel und erreichen nach kurzer Weiterfahrt Copacabana auf der bolivianischen Seite des Titicacasees.
Zur Zeit ist Nebensaison, aber die Bedeutung als wichtigster Wallfahrtsort des Landes wird uns deutlich, als wir wenig später schon der berühmten Autosegnung beiwohnen können.
Pater Bernardino kommt mit Plastikeimer und "Bürste" vor die Kirche und segnet nach Wunsch der Besitzer alles beim Auto, vom Moter bis zum Kofferraum. Ggf. wird dann nochmal selber nachgesegnet. Eine Batterie Knaller wird gezündet, der Wagen mit Sekt eingesprengt und mit Konfetti "abgepudert". Zum Abschluss bekommt Pacha Mama - sicher ist sicher - auch noch ein Schluck auf dem Boden geschüttet. Nach getaner Arbeit schlurft der Pater mit seinem Eimerchen zurück zur Kathedrale. Grandios.
Tags drauf machen wir noch einen kleinen Ausflug und Fahren im Zeitlupenboot im Dieseldunst zwei Stunden zur Isla del Sol.
Mit leichtem Zeitdruck, da das letzte Boot um halb drei zurück nach Copacabana fährt, wandern wir den Höhenweg der Insel von Norden nach Süden und genießen dabei - zeitlich klar umrissen - die tollen Ausblicke auf den Südteil des riesigen Sees.
- Daniel -
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