Von Punta Arenas geht heute unser Schiff nach Puerto Williams, der südlichsten Stadt auf unserer Reise. Punta Arenas liegt an der Magellanstraße und war bedeutend bevor der Panamakanal gebaut wurde. Die Wollproduktion in der Umgebung machte die Stadt reich, was man an manchen prunkvollen Häusern in der Stadt und üppigen Gräbern auf dem Friedhof sehen kann. Wir haben eine Tagestour nach Feuerland unternommen, um eine Gruppe Königspinguine zu sehen, die ansonsten nur in der Antarktis vorkommen. Auf dem Weg haben wir Guanacos gesehen, die vierte Kamelart in Südamerika neben Lama, Alpaka und Vicuna. Bei der Überquerung der Magellanstraße ist ein schwarzweißer Delfin neben der Fähre geschwommen.
Donnerstag, 11. Dezember 2014
Sonntag, 7. Dezember 2014
So weit so gut
Wetterwanderungen
Völlig überraschend bringen die bislang unbekannten Regisseure Weber und Bruning noch vor Weihnachten ihr cineastisches Debüt auf die Leinwand.
Die Handlung ist schnell erzählt und scheint zunächst in ihrer Einfachheit kein Stoff für einen Film mit Überlänge herzugeben: Zwei Reisende - S. und D. - machen sich auf, um in den Weiten der patagonischen Landschaft einige Tage die unberührte Natur Torre de Paines zu durchwandern. Mehr passiert augenscheinlich nicht. Das schreit danach, unendlich langweilig für den Zuschauer zu werden.
Und doch ist es ganz anders. WeberBruning führen uns in eine atemberaubende Naturkulisse, die zum Abbild der Befindlichkeit der beiden Reisenden wird. Wenn sie sich zu Anfang über eine offene Steppe gegen den Wind stemmen, wenn sie sich trotz Regen um sechs aus ihrem Zelt quälen, um Stunden später vor einem majestätischen Gletscher zu stehen, wenn sie unerschrocken jede Steigung bezwingen und dann mit dramatischen Ausblicken belohnt werden, die man nicht enden lassen möchte, dann wird die Landschaft zur Emotion, die Emotion wird zur Landschaft.
Zudem umreißen die Regisseure mit scheinbar banalen Gesprächen der Protagonisten in ergreifender Weise eine Symbolwelt für das Leben schlechthin. Schnell begreifen wir, dass es nur fordergründig um Essenszubereitung geht, wenn sich S. und D. auf einem Baumstamm hockend darüber unterhalten, ob sie am Abend den Knoblauch roh oder doch lieber gedünstet ins Kartoffelpüre gegeben sollen. Ferner nutzen WeberBruning zahlreichen Filmzitate, um die persönlichen Reifungsprozesse der Protagonisten noch präziser zu formulieren und erreichen damit eine nie dagewesene Tiefe des Genrekinos. So erkennen wir in dem toten Wald die mystischen Landschaften von Tim Burton wieder, den aufgewühlte Wolkenhimmel hat Jim Jarmusch doch schon mal gezeigt und die expressionistischen Bergzacken erinnern stark an die fantastischen Kulissen von Wienes " Dr. Caligari".
In einem furiosen Finale erklimmen die Wanderer dann eine letzte Höhe und stehen plötzlich vor gewaltigen Felstürmen. Die Seelenlandschaft hat ihren Höhepunkt erreicht.
Mit einem befreiten Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein klingt der Film dann aus und entlässt den Zuschauer hoffungsvoll, glücklich und bereichert.
Wir sehen betroffen den Vorhang zu und diesmal nicht alle Fragen offen.
Ausser vielleicht wieviele Preise diese Meisterwerk in Cannes wohl erhalten wird.
- Daniel -
Samstag, 29. November 2014
Ice Age
Unser nächster Gletscher war der Perito Moreno in der Nähe von El Calafate. Wir haben die gewalte Gletscherkante erst vom Ufer gegenüber gesehen und das Knacken und Krachen des Eises gehört. Mit einem Boot sind wir an den Gletscher gefahren und dann ein Stück drauf gelaufen. Zum Schluss gab es noch einen Whisky auf frisch geschlagenem Gletschereis mit den Deutschen und Schweden in der Gruppe.
Der Berg ruft
Da plant unsere Reisegruppe einen Tag Pause bei Kaffee und Kuchen und dann das.
Das Wetter ist am Morgen nach unserem Mitfahrmarathon gnadenlos. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und schon aus der Stadt lässt sich der sonst gerne wolkenumhüllte Fitz Roy (der Berg, nicht der Kapitän) sehen. Keine Chance - wir müssen los.
Drei Tage tummeln wir uns im Nationalpark und haben jeden Tag prima Wetter, sehen auch noch den Berg Torre, der sonst noch schüchterner als sein Kollege ist.
Und unser Supermarktzelt trotzt sogar der windigsten Nacht unseres Lebens. So richtig viel Schlaf finden wir da zwar nicht*, aber es hält.
Am nächsten Morgen bläst der Wind dann oben am Berg, und einige Böen wirbeln uns Steinchen und Rucksackschnallen ins Gesicht und reißen uns fast von den Beinen. Dafür werden wir mit einem Gletschersee vor dem Fitz Roy belohnt.
- Daniel -
* Um die Geräuschkulisse zu simulieren, muß ein lautes unregelmäßiges Huuuu - Geräusch gemacht und dabei mit einer mitteldicken Plastiktüte gerascheln werden. Von 21 - 4 Uhr so halten - fertig.
Montag, 24. November 2014
Die Ruta 40 zurück nach Chaltén
Als wir im Chile Chico ankamen, war die Grenze nach Argentinien schon geschlossen, also ging es erst am nächsten Tag weiter. Die beiden Ranger Fahrer holten uns tatsächlich am nächsten Morgen auch ab und wir fuhren nach Argentinien. Dort trennten sich unsere Wege, da sie nach Norden und wir nach Süden mussten. Wir stellten uns an die Straße und bald auch fest, daß auf der argentinischen Ruta 40 nicht viele Autos fuhren. Mit viel Glück und Zeit wurden wir von einer Argentinierin, zwei Deutschen und zwei Engländern 600 km Richtung Süden zur Kreuzung nach El Chaltén gebracht. Dort tat sich dann erstmal nichts. Wir rechneten um viertel nach neun nicht mehr damit, die letzten 90 km noch zu schaffen, aber als wir anfingen das Zelt am Straßenrand aufzubauen, hielten noch zwei Argentinier, die zum Partymachen nach El Chaltén fuhren. Super gelaufen.
Samstag, 22. November 2014
Chaos chileno
Nachdem es erst ganz gut aussah mit unserer Fahrt über den Lago O'Higgins, verschlechterte sich die Lage im Laufe des Tages zunehmend. Erst hieß es, dass das Boot wegen schlechten Wetters nicht fahren würde, dann wurde uns gesagt, dass es mit 15 Personen voll sei, letztlich war es mit 19 Personen voll, aber ohne uns. Auch unser Gang zur Polizei, um zu erfahren, ob die zulässige Personenzahl nicht erhöht werden könnte, half nichts, auch nicht unser Gespräch mit dem Kapitän. Schön auch, dass zwei Touristen, denen wir auf dem Weg noch den Tip gegeben hatten, vor Samstag in Villa O'Higgins zu sein, es auf das Boot geschafft haben. Na ja, es war ein Chaos aus widersprüchlichen Auskünften, bei dem wir am Ende den Kürzeren gezogen haben. Wir haben uns entschieden, ein Stück zum nächsten Grenzübergang nach Argentinien in Chile Chico zurückzufahren und nicht auf die nächste Überfahrt zu warten, die vielleicht am Montag oder Mittwoch oder vielleicht überhaupt nicht nächste Woche stattfindet. Glücklicherweise hat ein Touristenbusfahrer uns mitgenommen, die Möglichkeiten wieder wegzukommen waren nämlich fast null, wenn wir nicht zwei Tage gewartet hätten. Auf der Fähre über einen Fjord haben wir dann den Fahrer eines Ford Ranger angesprochen, und tatsächlich fuhr er nach Argentinien und nahm uns mit. Wir waren sehr erleichtert, da kaum Autos auf der Strecke unterwegs sind. Und dazu war es auch noch viel bequemer und schneller als mit dem Bus. Nach dem nervigen Tag in Villa O'Higgins war es sehr schön auf so nette und hilfsbereite Menschen zu treffen. Außerdem war die Fahrt nach Chile Chico landschaftlich spektakulär. Nachdem man von der Carretera Austral abgebogen ist, geht die Straße lange am riesigen Lago General Carrera vorbei mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund und Kuhherden auf der Straße.
